Kurze Frage Echolette NG51 Frequenzgang

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DerEber
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Kurze Frage Echolette NG51 Frequenzgang

Beitrag von DerEber »

Hallo liebe Leute,

Jahrelang war Bandecho bei mir im Studio geregelt.
Die Jungs die keine Zeit hatten und immer im Ausland unterwegs, hatten Ihr Spaceecho einfach bei mir untergestellt und ich war happy.
Alle Vocals die noch bisschen Delay brauchten waren schnell eingestellt.... jetzt haben sie das Gerät wieder abgeholt :|
End der shit, na gut es wurde verkauft um irgendwas anderes anzuschaffen, was soll ich machen, es war ne schöne Zeit....

Nun hab ich die Echolette NG51 mit der ich früher ab und zu auch am Pult was verhallt hab wieder rausgezogen, aber kein Vergleich!!!
Für an den Gitarrenamp echt top, aber für Vocals mau.
Vor allem sind die Delays echt dumpf. Ich hab mich gefragt wofür da noch ein Regler ist wo man noch mehr Höhen rausdrehen kann (Tonblende)

Auch wenn das Gerät schon mal bei Bobbys Reparaturen war und relativ gut in Schuß ist wollt ich doch mal nachsehen, ob ich noch irgendwas finde, die Tonköpfe entmagnetisiert gehören, noch ein vergammelter Kondensator zu finden ist etc.

Hier gleich mal die Schaltung:
Bild

Nach einem Teerkondensator der noch raus mußte hab ich mal statt den Wiedergabeköpfen nen Frequenzgenerator angeschmissen um mal ohne Band zu messen was hinten noch rauskommt und siehe da. Bässe kommen noch durch, aber 1khz is schon fast weg und dannach kommt auch nicht mehr viel.

Jetzt hab ich mir den Schaltplan mal angesehen und hab nen Tiefpass in der Schaltung entdeckt. R67/C33 500k/5n.
Zu finden mittig in der Schaltung.
Sieht für mich aus wie ein Tiefpass bei 64Hz.
Ganz schön niedrig!
Für was soll man da noch Bias oder was einstellen?
Jetzt meine Frage, warum und ob ihr das auch so sieht??
Oder hab ich da noch irgendwas in der Schaltung übersehen ne Emphasis bei der Aufnahme oder so?

Wäre cool, wenn kurz wer drauf schauen könnte.

beste Grüße,
Stephan

TVPstudio
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Re: Kurze Frage Echolette NG51 Frequenzgang

Beitrag von TVPstudio »

Hi Stephan,


wie meinst du das mit dem Bias? R64 Macht den Bias. R66 würde ich jetzt mal als "grid stopper" interpretieren.

Neben R67 und C33 bestimmen noch andere elemente den Frequenzgang des zweistufigen, gegengekoppelten verstärkers.
(Die schwache)Gegenkopplung läuft über R56 und R62 (R56 und C31 bewirken eigentlich dann eine höhenanhebung).

Genauso wie R59,R57 und C29 einen einstellbaren high shelf cut darstellen.

Aber sicher wäre es mal ein erster schritt den tiefpass am eingang auf zu machen!

DerEber
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Re: Kurze Frage Echolette NG51 Frequenzgang

Beitrag von DerEber »

Ja ne mit Bias hatte ich die Vormagnetisierung des Tonbandes gemein.
War nur ein Gedanke ob es Sinn macht da rumzustellen wenn über Band ab 1 kHz eh fast nix mehr kommt.

Grad möchte ich erst noch sicher gehen, dass es nichts mehr zu reparieren gibt bevor ich mit modifizieren weiter mach. :mrgreen:

Die Höhenanhebung mit C31 hab ich jetzt begriffen! Mal sehen ob ich C31 finde, dann überprüf ich den noch und ob die Widerstände noch gut sind.
Von Höhenanhebung hab ich jetzt beim Messen nichts bemerkt.

Es ist ganz schön unübersichtlich im Gerät.
Aber cool jetzt weiß ich wie ich weiter vorgehe, danke dir!

TVPstudio
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Re: Kurze Frage Echolette NG51 Frequenzgang

Beitrag von TVPstudio »

Hi Stephan,


der effekt von c31 könnte auch nicht wirklich stark sein, da die gegenkopplung insgesamt ziemlich schwach ist...
So ganz erschließen sich mir die gewählten werte für die gegenkopplung nicht...

So wie das gewählt ist müsste die stufe einen gain von 52 dB haben. macht das sinn?

DerEber
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Re: Kurze Frage Echolette NG51 Frequenzgang

Beitrag von DerEber »

Ja mir erschließt sich da auch manches nicht ganz. :mrgreen:
Aber ich kämpf mich langsam durch. Hinter dem Tiefpass hab ich nen ganz passablen Frequenzgang.
Ich werd die Gegenkopplung mal checken. Jetzt hab ich leider erstmal ein paar Tage keine Zeit zum basteln.
Meld mich :)

DerEber
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Re: Kurze Frage Echolette NG51 Frequenzgang

Beitrag von DerEber »

Also ich messe vom Eingang der Röhre zum Ausgang des Gerätes eine Verstärkung von 40db.

Parallel zu C31 war noch ein Widerstand von 100k drinne. In einem älteren Schaltplan hab ich an dieser Stelle
einen 47K WIderstand eingezeichnet gesehen.
Da das Gerät bei vollem Feedback des Bandechos schon ordentlich in die Zerre geht hab ich den jetzt mal rausgelötet.
Macht aber nicht viel aus. Hab's mir am Oszi angesehen, ich schätze maximal 1-2dB Verstärkung.

Überhaupt die positive Halbwelle geht sehr viel früher in die Verzerrung als die negative.
Passiert logischerweise in der zweiten Triodenstufe. Erstes System noch total clean.

Die Widerstände die ich bis jetzt durchgemessen hab waren auch alle ok.
Der Teil der Schaltung sieht also so aus als wäre alles i.O.
:cool:

TVPstudio
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Re: Kurze Frage Echolette NG51 Frequenzgang

Beitrag von TVPstudio »

Hi!


Ist dein problem mit der "dumpfheit" jetzt gelöst oder existiert das weiterhin?

Wie man den bias verschiebt um mehr headroom rauszubekommen ist dann eine andere Baustelle :mrgreen:

Da muss man R63, R64, R60 oder R61 verändern, alles bringt neue kompromisse mit sich.

lg

DerEber
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Re: Kurze Frage Echolette NG51 Frequenzgang

Beitrag von DerEber »

Ja, also ich hab jetzt noch die Tonköpfe entmagnetisiert und ne neue Bandschleife eingelegt und es ist jetzt insgesamt besser geworden.
Aber den Tiefpass R67/C33 find ich immer noch bisschen stark.
Aber jetzt ist es schon so, dass man es als eigenen Effekt durchgehen lassen kann. :P

Wichtiger jetzt ist, dass ich mal schau, ob ich noch ne neue Andruckrolle bekomm. Muß mal Bobbys reparaturen schreiben.
Es leiert schon ganz schön. Das ist gerade noch am nervigsten.

Dann mal hören wenn ich den Bias noch einstelle.
Keine Ahnung für was für ein Band das Gerät gemacht ist.
Auch könnte man tatsächlich auch die letzte Verstärkerröhre so einstellen, dass er genau richtig leicht zerrt, wenn das Band auch in die sättigung geht.
Aber so prominent klingts grad noch nicht, dass das wirklich wichtig wäre.
Mal sehen. :)
Danke jedenfalls für deine Anmerkungen. Hat mir sehr beim nachdenken geholfen.

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